Interaktives Fiskal-Dashboard · Stand Juli 2026

Wer trägt die Kosten — und was hilft wirklich?

Am 2. Juli 2026 wurde die Rente umgebaut: Neu sind eine Rente, die zusätzlich an der Börse anlegt (die „Kapitalrente"), ein späterer Renteneintritt und mehr Geld für Mütter. Dieses Dashboard erklärt die Zahlen dahinter — und den größeren Zusammenhang: die Alterung der Gesellschaft, die Abzüge vom Lohn, woher der Staat sein Geld nimmt und die Schulden. Du kannst alles selbst ausprobieren und sehen, was wirklich etwas bewegt.

122 Mrd €
Steuergeld für die Rente (pro Jahr)
~119 Mrd €
So viel mehr gab der Staat 2025 aus, als er einnahm
50,3 %
Staatsausgaben, gemessen an der Wirtschaftsleistung
~23 %
Rentenbeitrag Mitte der 2030er (Prognose)
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So benutzt du diese Seite

In fast jedem Abschnitt gibt es Regler und Schalter zum Ausprobieren. Bewege sie — die Grafiken rechnen sofort neu. Die farbigen Kästen helfen dabei: Grün erklärt die Bedienung, Blau gibt Hintergrund, Gelb sagt, wo eine Zahl nur geschätzt ist. Alle wichtigen Zahlen sind mit Quelle belegt (ganz unten zum Nachlesen).

Der Treiber

Warum die Reform nötig war: Wir werden immer älter

Der Grund für die ganze Debatte ist einfach: Es gibt immer mehr ältere Menschen und immer weniger, die arbeiten. Ab Mitte der 2020er gehen die geburtenstarken Jahrgänge (die „Babyboomer") in Rente. Dann zahlen weniger Menschen in die Rentenkasse ein, während mehr Menschen eine Rente bekommen.

Immer mehr Ältere je 100 Arbeitsfähige

so viele Menschen im Rentenalter kommen auf 100 im arbeitsfähigen Alter
1990 kamen auf 100 Arbeitsfähige etwa 24 Ältere, heute rund 33. Bis 2040 werden es voraussichtlich rund 43 (Schätzung des Statistischen Bundesamts). Dass es zuletzt kaum stieg, liegt am späteren Renteneintritt. ↗ Beleg

Immer weniger Zahler pro Rentner

wie viele Menschen für eine Rente einzahlen
1962 zahlten noch 6 Menschen für einen Rentner ein, heute sind es nur noch etwa 2. Schätzung: 2030 rund 1,5, 2050 rund 1,3 (IW Köln). ↗ Beleg
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Was das bedeutet

In den nächsten 15 Jahren gehen etwa 16,5 Millionen Babyboomer in Rente. Die Zahl der über 67-Jährigen steigt von 16,7 auf mehr als 20,5 Millionen. Ohne Gegenmaßnahmen müsste der Rentenbeitrag (heute 18,6 % vom Lohn) auf 22 bis 24 % steigen. Genau dagegen sollen die neue Kapitalrente, der spätere Renteneintritt und die weiteren Stellschrauben helfen.

Der große Zusammenhang

Ein Tauziehen: Was belastet, was entlastet?

Man kann sich das wie eine Waage vorstellen. Auf der einen Seite liegen die Kosten, die den Rentenbeitrag und die Staatsausgaben nach oben treiben. Auf der anderen die Entlastungen, die die Reform bringen soll. Wie viel davon wirklich eintritt, hängt davon ab, wie gut die Reform umgesetzt wird und wie sich die Börse entwickelt.

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So geht's

Mit dem ersten Regler stellst du ein, wie gut die Reform in der Praxis klappt. Mit dem zweiten, wie gut sich das an der Börse angelegte Geld entwickelt. Die Waage zeigt dann, ob unterm Strich mehr Kosten oder mehr Entlastung übrig bleiben — und ob Rentenbeitrag und Staatsausgaben eher steigen oder sinken.

Wie gut klappt die Reform?100 %
Wie gut läuft die Börse?100 %
Kosten ↑
⚖️
Unterm Strich
Entlastungen ↓
Rentenbeitrag / Abzüge vom Lohn
Staatsausgaben (heute 50,3 % der Wirtschaft)
Die Zahlen sind grobe Beispielwerte pro Jahr (in Milliarden Euro), keine genaue Vorhersage. Was am Ende wirklich herauskommt, hängt von der Umsetzung, der Wirtschaftslage und der Börse ab.
Die Steuer-Perspektive

Die Einkommensteuer zum Selber-Ausprobieren

Beginnen wir mit der Steuer, über die am lautesten gestritten wird: der Einkommensteuer. Die Grafik zeigt zwei Dinge — wie viel Steuer auf den zuletzt verdienten Euro anfällt und wie hoch der Steuersatz auf das gesamte Einkommen im Schnitt ist. Du kannst zwischen heutigem Recht und der Reform 2026 umschalten (höhere Sätze für sehr hohe Einkommen: 45 % ab 250.000 €, 47 % ab 280.000 €), Single oder Ehepaar wählen, den Soli an- und ausschalten und eigene Stufen ausprobieren.

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Zwei Steuersätze — einfach erklärt

Der Satz auf den letzten Euro sagt, wie viel von einem zusätzlich verdienten Euro als Steuer weggeht. Der Durchschnittssatz ist immer niedriger, weil die ersten Euro steuerfrei bleiben und erst höhere Einkommensteile stärker besteuert werden. 2026 greift der Satz von 42 % ab 69.879 € Jahreseinkommen (bei Singles), der Höchstsatz von 45 % ab 277.826 €.

Eigene Stufen ausprobieren
Einkommen (zu versteuern)62.000 €
Steuer auf den letzten EuroSteuer aufs ganze Einkommen (Schnitt)
Bei Ehepaaren wird die Steuer nach dem Ehegatten-Splitting berechnet (Einkommen halbieren, Steuer verdoppeln). Der Soli beträgt 5,5 % der Steuer und fällt erst ab einer bestimmten Höhe an. Die eigenen Zusatzstufen sind nur zum Ausprobieren und keine offizielle Vorgabe. ↗ Beleg
Die Schlüsselfrage

Bringt die Spitzensteuer viel? Weniger, als man denkt.

Wenige Menschen mit sehr hohen Einkommen — da müsste doch viel zusammenkommen, wenn man sie stärker besteuert? Überraschenderweise nein. Höher besteuert wird nur der Teil des Einkommens oberhalb der Grenze, und ganz oben gibt es zusammengerechnet erstaunlich wenig Einkommen.

Wo liegt das Geld?

wie viel Einkommen liegt über welcher Grenze (Mrd. €)
Zwischen 70.000 und 278.000 € liegt das meiste Geld — weil dort Millionen Menschen sind. Ganz oben, bei den sehr Reichen, wird die Summe schnell klein. ↗ Beleg

Was es bringt — und was gebraucht wird

pro Jahr (Mrd. €)
Selbst wenn man den Spitzensatz von 42 auf 45 % anhebt (14 Mrd.), ist das klein gegen das Loch im Haushalt und das Steuergeld für die Rente. ↗ Beleg
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Warum ist das so?

Erstens: Höher besteuert wird nur der Teil des Einkommens über der Grenze, nicht das ganze Einkommen. Zweitens: Die Gruppe ganz oben ist zu klein, um viel beizutragen — die 14 Milliarden aus „42 auf 45 %" kommen vor allem von gut verdienenden Fach- und Führungskräften, nicht von den Superreichen. Drittens: Gerade Spitzenverdiener weichen am ehesten aus, etwa indem sie Einkommen verlagern oder weniger arbeiten.

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So geht das Werkzeug

Wähle die Regeln (heute oder Reform) und probiere eigene Steuerstufen aus. Mit den zwei Reglern stellst du ein, wie stark die Menschen auf höhere Steuern reagieren — Gutverdiener weichen dabei stärker aus als die Mittelschicht. Die geschätzten Mehreinnahmen tauchen dann gelb bei „Woher das Geld kommt" auf. Darunter kannst du frei verteilen, wofür das Geld ausgegeben wird — und siehst sofort, ob es reicht.

Ausweichen: Mittelschicht0,15
Ausweichen: Spitzenverdiener0,40
Eigene Steuerstufen ausprobieren
Zusätzliche Steuer-Einnahmen
Woher das Geld kommt
Wohin das Geld fließt
Zum Vergleich: 2025 nahm der Staat rund 2.140 Mrd. € ein und gab 2.259 Mrd. € aus (Loch: 119 Mrd.). Die zusätzlichen Steuer-Einnahmen berechnet ein vereinfachtes Modell, das am Wert „42 auf 45 % ≈ 14 Mrd. €" geeicht ist und das Ausweichen der Gutverdiener einrechnet. Grobe Beispielwerte pro Jahr. ↗ Beleg
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Was die Schätzung nicht kann

Die Einnahme-Zahlen stammen aus einem Modell, nicht aus einer amtlichen Vorhersage. Wie stark Menschen wirklich ausweichen, ist unter Fachleuten umstritten — fällt es geringer aus, käme mehr Geld herein. Und höhere Steuern auf sehr Reiche werden oft nicht mit den Einnahmen begründet, sondern mit dem Wunsch nach mehr Gerechtigkeit.

Die Abzüge vom Lohn

Was alles vom Lohn abgeht

Die größte Last für die meisten Menschen ist nicht die Einkommensteuer, sondern die Abgaben für die Sozialversicherung. Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung machen 2026 zusammen rund 42,3 % des Bruttolohns aus — je zur Hälfte von den Beschäftigten und ihren Arbeitgebern getragen. Damit ist die früher versprochene Obergrenze von 40 % überschritten, und die neue Kapitalrente kommt mit noch einmal 2 Punkten obendrauf.

Abzüge insgesamt, 2000 bis 2026 (Anteil vom Bruttolohn)
gestrichelt: die 40-%-Marke, die erst seit 2023 dauerhaft überschritten ist
Woraus sich die 42,3 % zusammensetzen (2026)
Rente 18,6 Kranken 17,5 Pflege 3,6 Arbeitslos 2,6 Kapitalrente +2,0 (ab 2028)
Zusammen 2026
42,3 %
davon zahlst du selbst
~21 %
mit Kapitalrente (ab 2028)
~44,3 %
Rente 18,6 + Kranken 14,6 + Zusatzbeitrag im Schnitt 2,9 + Pflege 3,6 + Arbeitslos 2,6. Quelle: DRV / TK / BMG. ↗ Beleg
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Warum das wichtig ist

Diese Abzüge machen Arbeit teurer: Für Arbeitgeber steigen die Kosten, und den Beschäftigten bleibt weniger netto übrig. Jeder zusätzliche Punkt trifft also die Wettbewerbsfähigkeit und das, was die Menschen im Geldbeutel haben — deshalb sind die 2 Punkte für die Kapitalrente umstritten. Kritiker (etwa das Institut der deutschen Wirtschaft) nennen sie „Gift fürs Wachstum"; Befürworter sagen, dafür bauen die Menschen langfristig ein Vermögen fürs Alter auf.

Die großen Hebel

Die großen Hebel, die wirklich etwas bewegen

Genau bei diesen Abgaben, die alle betreffen, setzen die wirksamen Hebel an — das Gegenstück zur Spitzensteuer. Ob der Rentenbeitrag, das Renteneintrittsalter oder wie viele Menschen überhaupt arbeiten: Das wirkt auf die große Masse aller Einzahler und Rentner. Deshalb bewegt hier schon ein kleiner Schritt zweistellige Milliardenbeträge — während ein höherer Spitzensteuersatz kaum etwas ändert.

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So geht's

Zieh an den drei Reglern. Der grüne Balken zeigt, was deine Kombination pro Jahr bringt — direkt vergleichbar mit der Spitzensteuer und dem Finanzbedarf darunter. Du erreichst schnell die Größe des Haushaltslochs — etwas, das eine Spitzensteuer allein nie schafft.

Rentenbeitrag anheben (+ Punkte)+1,0 Pkt
Länger arbeiten (+ Jahre)+1 Jahr
Mehr Menschen in Arbeit (+ Punkte)+1,0 Pkt
Deine Kombination bringt pro Jahr
Grobe Größenordnungen (mittelfristig, langfristig mehr): 1 Beitragspunkt ≈ 16, 1 Jahr länger arbeiten ≈ 6, 1 Punkt mehr Beschäftigte ≈ 4 Mrd. €/Jahr. Quellen: DRV (Beiträge 2024: 305,9 Mrd. €), Prognos, Bundesbank. Die Hebel wirken unterschiedlich (mal mehr Einnahmen, mal weniger Ausgaben), hier zusammen als Wirkung auf den Haushalt gezeigt. ↗ Beleg
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Zum Einordnen

Schon ein einziger Beitragspunkt (16 Mrd.) bringt mehr als der ganze Sprung beim Spitzensteuersatz von 42 auf 45 % (14 Mrd.). Der Preis dafür: höhere Abzüge vom Lohn, ein längeres Arbeitsleben und die schwierige Frage, wie man überhaupt mehr Menschen in Arbeit bringt. Die großen Geldfragen lassen sich nur über diese breiten Hebel lösen — nicht über die schmale Spitze der Top-Verdiener.

Woher das Geld kommt

Woher der Staat sein Geld bekommt

Das Werkzeug oben zeigt nur die Einkommensteuer — dabei ruht der Staat auf drei großen Säulen: den Sozialbeiträgen (mit rund 800 Mrd. € die größte Einzelquelle), der Mehrwertsteuer und der Lohn- und Einkommensteuer. Steuern, über die viel geredet wird — etwa die Erbschaftsteuer — bringen dagegen erstaunlich wenig.

So verteilen sich die Steuereinnahmen 2024 (Mrd. €)
Mehrwert- und Lohnsteuer machen den Löwenanteil aus; die gelb markierte Erbschaftsteuer ist trotz vieler Debatten klein.
Zusammen ~948 Mrd. € (2024), ~990 Mrd. € (2025). Ohne die reinen Gemeindesteuern (Gewerbe- und Grundsteuer). Quelle: Destatis / BMF. ↗ Beleg
Sozialbeiträge (größte Quelle)
~800 Mrd €
mehr als jede einzelne Steuer
Erbschaft-/Schenkungsteuer
~13 Mrd €
Rekord 2024, nur rund 1 % aller Steuern
Steuer auf Börsengeschäfte
0 → 1,4–12 Mrd €
gibt es nicht; je nach Modell möglich
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Erbschaftsteuer und Börsensteuer

Die Erbschaftsteuer wird in Debatten über Geldnot oft genannt, bringt aber selbst im Rekordjahr nur rund 13 Mrd. €. Eine Steuer auf Börsengeschäfte (auch Finanztransaktionssteuer genannt) gibt es in Deutschland derzeit nicht. Je nachdem, wie umfassend man sie gestaltet, könnte sie zwischen rund 1,4 Mrd. € (nur auf Aktien, Modell von 2019) und rund 12 Mrd. € (breite EU-Variante) bringen — sehr weit gefasste Schätzungen reichen bis 17–36 Mrd. Die wirklich großen Summen liegen aber bei Mehrwertsteuer, Lohnsteuer und den Sozialbeiträgen.

Der Rahmen über allem

Schulden: der Rahmen über allem

Über allem steht die Frage der Schulden. Der Staat schuldet rund 2,8 Billionen € — das sind 63,5 % einer ganzen Jahres-Wirtschaftsleistung. Im März 2025 wurde die Schuldenbremse (eine Regel, die neue Schulden begrenzt) deutlich gelockert: Es gibt jetzt einen Extra-Topf über 500 Mrd. € für Straßen, Schienen und Netze — und Verteidigung darf weitgehend auf Pump finanziert werden.

Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (%)
die blaue Linie ist die tatsächliche Entwicklung, die gestrichelte die EU-Obergrenze von 60 %
Aktuell 63,5 % (2025, Bundesbank). Schätzungen für die Zukunft: rund 85 % (2037, IW) bis rund 90 % (2040, IMK). Die EU-Obergrenze liegt bei 60 %. ↗ Beleg
Schulden 2025
~2,8 Bio €
Zinsen pro Jahr
~34–40 Mrd €
steigend
Extra-Topf für Infrastruktur
500 Mrd €
über 12 Jahre, auf Pump
Verteidigung
Ausnahme
darf weitgehend auf Pump laufen
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Umstritten

Befürworter sehen darin eine überfällige Modernisierung des Landes. Kritiker (etwa der Bundesrechnungshof und der Bund der Steuerzahler) warnen vor immer weiter steigenden Schulden und Zinsen, die künftig den Spielraum einengen. Wie stark die Schulden am Ende wachsen (in den Schätzungen bis 85–96 %), hängt vor allem davon ab, wie dauerhaft die Verteidigungs-Ausnahme genutzt wird.

Die Einzelthemen im Kontext

Die Bausteine der Reform

Zum Nachschlagen: die einzelnen Kostenblöcke und der finanzielle Rahmen, in dem die Reform steht — jedes Thema mit belegten Zahlen und, wo möglich, langen Zeitreihen.

Staat: Einnahmen & Ausgaben

Milliarden €, 2010–2025
2014–2019 nahm der Staat mehr ein, als er ausgab (Hoch: +62 Mrd. 2018). In der Corona-Zeit 2020 kippte es ins Minus (−145), seitdem gibt er dauerhaft mehr aus; 2025: −119 Mrd. Quelle: Destatis. ↗ Beleg

Wie viel gibt der Staat aus?

Ausgaben, gemessen an der Wirtschaftsleistung
2025 erstmals seit Corona wieder über 50 %. Im Schnitt 1991–2024: 47,3 %. Quelle: Destatis/BMF. ↗ Beleg

Gesundheitskosten

Ausgaben fürs Gesundheitswesen, Mrd. €
2000–2024 von 214 auf 538 Mrd. gestiegen; größter Träger ist die gesetzliche Krankenkasse (301 Mrd.); 2025 geschätzt ~580. Quelle: Destatis. ↗ Beleg

Bürokratie

Entlastung 2024/25, Mrd. €
Erstmals gesunken: −3,2 Mrd. Bürokratie kostet die Wirtschaft rund 64 Mrd./Jahr; Ziel ist ein Abbau um 16 Mrd. Quelle: Nationaler Normenkontrollrat 2025. ↗ Beleg

Subventionen

des Bundes, Mrd. €
45 → 77,8 Mrd. (2023–2026, so weit der 30. Subventionsbericht plant); größter Treiber ist die Ökostrom-Förderung. ↗ Beleg

Mütterrente

Kosten pro Jahr, Mrd. €
Die bisherigen Stufen kosten 13,5 Mrd. (aus Beiträgen); ab 2027 kommt die neue Stufe mit rund 5 Mrd. dazu (aus Steuern). Quelle: DRV. ↗ Beleg

Grundsicherung im Alter

zahlt komplett der Bund, Mrd. €
8,7 → 12,25 Mrd. (2020–2026); seit 2014 zahlt das komplett der Bund. Quelle: Destatis/BMAS/BMF. ↗ Beleg

Kapitalrente

das Herzstück der Reform

Zusätzlich 2 % vom Lohn (je 1 % von Beschäftigten und Arbeitgebern), ab 2028 schrittweise. Das Geld wird an der Börse angelegt, auf eigenen Konten, zentral verwaltet — Vorbild ist Schweden. Ein heute 22-Jähriger könnte laut Kommission später rund 770 € im Monat zusätzlich bekommen — aber ohne Garantie, denn an der Börse sind auch Verluste möglich. Spürbar wird das erst ab etwa 2040.

Belege

Quellenverzeichnis

Alle wichtigen Zahlen mit Quelle, Titel und Datum. Die verlinkten Namen (↗) führen direkt zum Original-Dokument. Die Rechen-Werkzeuge auf dieser Seite sind bewusst vereinfacht und als Schätzung gekennzeichnet — sie zeigen die ungefähre Größenordnung, keine amtliche Vorhersage.

Reform & Rahmen

  • Bundesregierung ↗ — Rentenreform-Paket, Koalitionsbeschluss vom 2. Juli 2026 (Merz / Klingbeil / Bas). Grundlage: 33 Empfehlungen der Alterssicherungskommission, Abschlussbericht 23. Juni 2026.
  • Alterssicherungskommission (BMAS) ↗ — gesetzliche Kapitalrente: +2 % Beitrag (je 1 % AN/AG) ab 2028, individuelle Konten, schwedisches Vorbild. Zusatzrente lt. Kommission: 47-Jähriger ~150 €, 22-Jähriger ~770 €/Monat.

Einkommensteuer & Soli

  • BMF ↗ — § 32a EStG (2026): Grundfreibetrag 12.348 €, 42 % ab 69.879 €, 45 % ab 277.826 €. „Datensammlung zur Steuerpolitik“; Finanzverwaltung NRW.
  • Bundesregierung ↗ — Reform 2026: 45 % ab 250.000 €, 47 % ab 280.000 € (Koalitionsbeschluss vom 2. Juli 2026, beschlossen). Zusätzlich: leichte Rechtsverschiebung des 42-%-Eckwerts (~70.600 €), Entlastung ~10 Mrd. €/Jahr, Inkrafttreten ~2028. Das Werkzeug bildet die neuen Spitzenstufen ab, nicht die kleine Tarifverschiebung darunter.
  • Bund der Steuerzahler ↗ — „Das 1×1 des Solidaritätszuschlags“, Januar 2026. Soli 5,5 % der Steuer, Freigrenze 20.350 € / 40.700 €, Milderungszone 11,9 %.

Aufkommen & Methodik

  • Antwort der Bundesregierung ↗ — auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion, BT-Drs. 20/14903 (5. Februar 2025). „42 → 45 % ≈ 14 Mrd. €/Jahr“ (Bezug 2025); 68.242 Einzel- und 64.728 Zusammenveranlagte mit zvE ≥ 277.826 € bzw. 555.652 € (2020); obere 10 % (≥ 87.162 €) tragen ~57 % der Einkommensteuer.
  • Modell (dieses Dashboard) — Pareto-Modell der Spitzeneinkommen (Exponent 1,5), geeicht am 14-Mrd.-Anhaltspunkt; Verhaltensreaktion über Elastizität des zu versteuernden Einkommens, Retention = 1 − e·τ/(1−τ), nach Einkommen gestaffelt. Keine amtliche Prognose; sehr hohe Stufen besonders unsicher.

Gesamtstaat & Staatsquote

  • Statistisches Bundesamt ↗ — „Staatsdefizit erhöht sich im Jahr 2025 leicht auf 119,1 Milliarden Euro“, Pressemitteilung Nr. 060 vom 25. Februar 2026 (VGR, ESVG 2010). 2025: Einnahmen ~2.140 Mrd. €, Ausgaben ~2.259 Mrd. €, Defizit ~119 Mrd. € (−2,7 % BIP); 2024: ~2.024 / ~2.139 Mrd. €. Historische Anker (VGR): Defizit 2010 −114 Mrd., Überschuss-Hoch 2018 +62 / 2019 +52 Mrd., Corona 2020 −145 Mrd. (Levels vor 2010 wegen ESVG-Revisionen und der UMTS-Sondereinnahme 2000 nicht vergleichbar).
  • Statistisches Bundesamt ↗ — Staatsquote (PM N021, 25.4.2025; 2025-Wert aus der BIP-PM 017 vom 15.1.2026). 2023: 48,4 %, 2024: 49,5 %, 2025: 50,3 %; Ø 1991–2024: 47,3 %; Höchstwert 1995: 55,2 %. Lange Reihe 2000–2023 aus der BMF-Datensammlung zur Steuerpolitik.

Gesundheit

  • Statistisches Bundesamt ↗ — Pressemitteilung Nr. 115 vom 7. April 2026. Gesundheitsausgaben 2024: 538,2 Mrd. € (12,4 % BIP); 1994: 175,3 Mrd.; 2025 geschätzt 579,5 Mrd.; GKV größter Träger mit 300,8 Mrd. € (55,9 %).
  • bpb / vdek ↗ — GKV-Finanzierung. Allgemeiner Beitragssatz 14,6 %; Zusatzbeitrag 2024 Ø 1,7 %.

Bürokratie

  • Nationaler Normenkontrollrat ↗ — Jahresbericht 2025 „Einfach, schnell, wirksam. Den Staat neu gestalten“, 2. Oktober 2025. 64 Mrd. €/Jahr Bürokratiekosten; 2024/25 erstmals −3,2 Mrd. Erfüllungsaufwand (Verwaltung −1,7, Wirtschaft −1,0, Bürger −0,5); +16,8 Mrd. seit 2011; Abbauziel −25 % (~16 Mrd.).

Subventionen

  • BMF ↗ — 30. Subventionsbericht des Bundes, Kabinettbeschluss 10. September 2025. Subventionsvolumen 45 Mrd. € (2023) → 77,8 Mrd. € (2026); Finanzhilfen 25,3 → 59,5 Mrd.; Steuervergünstigungen 19,7 → 18,4 Mrd.; Haupttreiber EEG-Finanzierung.

Mütterrente

  • Deutsche Rentenversicherung ↗ — Mütterrente III (Gesetzentwurf). I+II ~13,5 Mrd. €/Jahr (beitragsfinanziert); III ab 2027 ~5 Mrd. €/Jahr (steuerfinanziert), +0,5 Entgeltpunkt je vor 1992 geborenem Kind, ~10 Mio. Berechtigte, Auszahlung ab 2028.
  • Tagesspiegel ↗ — Bericht vom 7. Februar 2026 (Kosten der Mütterrente).

Grundsicherung

  • Destatis / BMAS / BMF ↗ — Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII, 4. Kap.). Seit 2014 zu 100 % vom Bund erstattet; Nettoausgaben 11,4 Mrd. € (2024) → 12,25 Mrd. € (Bundeshaushalt 2026).

Stellschrauben

  • Deutsche Rentenversicherung ↗ — Jahresbericht 2024. 1 Beitragssatzpunkt ≈ 16 Mrd. €/Jahr (Beitragseinnahmen 2024: 305,9 Mrd. € ÷ 18,6 %).
  • Prognos ↗ — „Perspektive 2040“. Szenario „Arbeiten bis 67“: −0,9 Beitragspunkte bis 2030 → 1 Jahr höheres Renteneintrittsalter ≈ 5–8 Mrd. €/Jahr.
  • Deutsche Bundesbank ↗ — Monatsbericht „Wie Rentenreformen wirken könnten“. Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung dämpft Beitragssatz und Bundeshaushalt spürbar.
  • Schätzung (dieses Dashboard) — 1 Prozentpunkt mehr Erwerbsbeteiligung ≈ ~4 Mrd. €/Jahr (~500.000 zusätzliche Beitragszahler), auf Basis der DRV-Beitragseinnahmen.

Demografie

  • Statistisches Bundesamt ↗ — Altenquotient / 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. Altenquotient 1990: 24 → 2010: 34 → 2020: 35 → 2040: ~43 (mittlere Variante); 16,7 → über 20,5 Mio. Personen ab 67; ~16,5 Mio. Babyboomer erreichen in 15 Jahren das Rentenalter.
  • DRV / IW Köln ↗ — Beitragszahler je Rentner. 1962: 6 → 1992: 2,7 → heute ~2,1 → 2030: ~1,5 → 2050: ~1,3 (Prognose IW). Beitragssatz ohne Reform Richtung 22–24 %.

Sozialabgaben

  • DRV / Techniker Krankenkasse / BMG ↗ — Beitragssätze 2026. Rente 18,6 % + Kranken 14,6 % + durchschn. Zusatzbeitrag 2,9 % + Pflege 3,6 % + Arbeitslosen 2,6 % ≈ 42,3 % des Bruttolohns (je zur Hälfte AN/AG); Kapitalrente +2 Pp (ab 2028 schrittweise).
  • sozialpolitik-aktuell / BMAS / TK ↗ — Beitragssätze in der Sozialversicherung 1970–2026 (Zeitreihe). Gesamtbeitrag 2000: 41,1 % · 2010: 39,6 % · 2020: 39,75 % · 2023: 40,8 % · 2025: 41,9 % · 2026: 42,3 %; die 40-%-Marke wurde 2023 dauerhaft überschritten.

Einnahmenseite

  • Statistisches Bundesamt / BMF ↗ — Steuereinnahmen 2024/2025. Gesamt ~948 Mrd. € (2024), ~990 Mrd. € (2025); Umsatzsteuer ~302, Lohnsteuer ~249, veranlagte Einkommensteuer ~74 Mrd.; Erbschaft-/Schenkungsteuer ~13 Mrd. (Rekord 2024). Sozialbeiträge (alle Zweige) ~800 Mrd. — größte Einzelquelle.
  • Finanzwende / EU-Kommission / WIFO ↗ — Finanztransaktionssteuer (Aufkommenspotenzial). In Deutschland nicht erhoben; Schätzungen: ~1,4 Mrd. € (enge Aktiensteuer, Modell 2019) bis ~12 Mrd. € (breite EU-Variante 2011); WIFO für sehr breite Steuer ~17–36 Mrd. €.

Schulden & Schuldenbremse

  • Deutsche Bundesbank ↗ — Staatsverschuldung 2025. Schuldenstand ~2,8 Bio. € (+144 Mrd. in 2025); Schuldenquote 62,2 % → 63,5 % des BIP.
  • Bundesrechnungshof / IW / IMK ↗ — Grundgesetzänderung März 2025 (Art. 143h). 500-Mrd-Sondervermögen Infrastruktur/Klima (12 Jahre, außerhalb Schuldenbremse); Verteidigungs-Bereichsausnahme; Zinsausgaben 2024 ~34 Mrd.; Projektion Schuldenquote ~85 % (2037, IW) bis ~90 % (2040, IMK).